2022-06-22 Wanderung

«Bözingenberg/Taubenloch – Sonnige Höhe–sagenumwobene Schlucht»

 

17 potenziell Wanderbegeisterte, 16 potent… Wanderbegeister…, 15 pot… Wanderbegeis… –Hitzeunerträglichkeit – Schlechtwetterprognose mit Gewitterpotential – Terminkonflikt – Unfall –Krankheit – nicht verschiebbarer, wichtiger Termin – und, und, und – … und dann waren’s nur noch acht, später nur noch sechs! Halt! Alles von Anfang an! – Am Bahnschalter: «Romont einfach, bitte», «über Bern?», «wie über Bern? Nein, nach Romont im Berner Jura», «Aha!» ….

 

Nun, zu acht bestiegen wir voll Vorfreude und mit Zuversicht, betreffend der Wetterentwicklung, den Zug nach Biel. Per Bus gings dann via Plagne, nach dem hinter dem ersten Juraausläufer versteckten, dem Amtsbezirk Courtelary zugehörenden Romont. Von hier bezwangen wir auf einem anfänglich abrupt ansteigenden Weg den ersten Juraausläufer. Über offenes, mit Einzelbäumen und Sträuchern bewachsenes Wiesland und Wälder querend erreichten wir nach rund 1¾ Stunden den Bözingenberg. Hier picknickten wir und genossen anschliessend auf der schönen Terrasse des Restaurants Bözingenberg einen Kaffee. Der «Sonnige Höhe» wurde das Wetter gerecht, es verweigerte uns aber die Weitsicht in das von hier aus zu bestaunende, prächtige Alpenpanorama.

 

Frisch gestärkt begannen wir den rund 550 m zu überwindenden Abstieg. Bei der ersten Verschnaufpause offenbarte sich ein Problem. Wie bei uns Menschen altern auch die Wanderschuhe, trotz sorgfältiger Pflege durch Schmieren und Salben. Erst beginnen sie zu ächzen und zu gieren und manchmal löst sich die Vordersohle wie ein Riesenmaul oder der Absatz und wenn’s ganz schlimm wird, fällt die ganze Sohle ab. Mit so einem Problem hatte einer der Teilnehmenden zu kämpfen. Nach einer weiteren kurzen Teiletappe kam der Entschluss, Ruedi in Begleitung einer sich freiwillig gemeldeten Teilnehmerin auf dem kürzesten, markierten Weg nach Bözingen zu schicken. Wohlwissend, dass den beiden wegen dem lädierten Wanderschuh ein rund 2 km langer, mit 250 m Höhendifferenz zu überwindender beschwerlicher Abstieg bevorstand.

 

So waren’s nur noch sechs, die den Abstieg nach Frinvillier fortsetzten. Das an der Schüss (Suze) liegende Frinvillier (Friedliswart) hat eine lange historische Vergangenheit. Diese reicht zurück bis in die Zeiten des Römischen Reichs, als sich hier zwei wichtige Römerstrassen kreuzten, jene von Petinesca (Studen) nach Augusta raurica (Augst) bzw. von Eburodunum (Yverdon) nach Salodurum (Solothurn). Seit Jahrhunderten wurde hier die Wasserkraft der Schüss genutzt, um Maschinen zu betreiben für Mühlen, Drescherei, Drahtzieherei, Sägerei und Schmiede.

 

Nach durchqueren von Frinvillier erreichten wir den Nordeingang der sagenumwobenen Taubenlochschlucht, eine von der Schüss geformte Klus von knapp 3 km Länge. Über Weg und Stege folgten wir dem Wasserlauf. Sanft abfallendes Waldgebiet wechselt plötzlich mit bizarren, schroffen, manchmal überhängenden Felsen. Überwältigt von den Eindrücken erreichten wir die Bushaltestelle in Bözingen, von wo wir die Rückreise nach Lyss antraten. Gutgelaunt und zufrieden mit der vollbrachten Leistung trafen wir in Lyss ein, wo wir zum Abschluss noch ein kühles Bier genossen. Nachdem bei mir das vereinbarte Telefonat von Ruedi eintraf, dass auch er und die Begleiterin gut nach Lyss gekommen seien, konnte die Wanderung als gelungen verbucht werde.

 

Beat Sahli (Fotos: Ernst Hügi)

 

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2022-06-14 Schaukarderei – Spycher Handwerk in Huttwil

 

Teilnehmende 20

(Fotos: Roland Moor, Heinz Bolt, Ernst Hügi)

 

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2022-05-19 Laténium Hauterive Archäologisches Museum

 

Eine kleine Gruppe hat sich aufgemacht, um die Welt unserer Ururur….ahnen zu entdecken. Die Reise begann in Afrika, der Entstehung der Menschheit, vor 2.7 Mio. Jahren. Dann kurzes Eintauchen in die Eiszeit von 40'000 bis 13'000 Jahre v.Chr. Mit den Jägern und Sammlern als Nomaden kamen wir unserem Vorstellungsvermögen schon etwas näher, wie sich der Mensch laufend weiterentwickelt hat. Diese Nomaden lebten in kleinen Gruppen und stellten Schmuck und Werkzeug her, wurden nur etwa 30 Jahre alt. Ab ca. 6'000 v.Chr. wurden die Leute sesshaft, säten Getreide an, betrieben Viehzucht, ihre Werkzeuge wurden handlicher und vielfältiger und sie organisierten sich in Dörfern mit z.T. bis 40'000 Bewohnern. Dazumal entstand auch die Schrift, zuerst im Orient und 1'000 Jahre später (!) auch bei den Pfahlbauern.

Die Ausstellung ermöglicht einen Blick hinter die Kulisse der während mehr als 150 Jahren durchgeführten Forschungen. Im Museum sind ca. 3'600 Objekte zu bewundern. Der Aussenraum, ein idealer Ort für Spaziergänge, gibt mit originalgetreuen Nachbauten einen Eindruck über das Leben der Pfahlbauer und mit einem grossen Wasserbecken wird die Höhe des damaligen Wasserstandes angezeigt.

Nach der fachkundigen, mit Witz untermalten Führung durch Herrn Dall'Agnolo, Verantwortlicher Bildung und Vermittlung, gönnten wir uns im hauseigenen Café ein kühles Bier oder eine Glace mit herrlichem Blick über den Neuenburgersee und begleitet von einem Regenguss begaben wir uns heim zu.

 

Elisabeth Wälti   

 

Teilnehmende 6

(Fotos: Roland Moor, Ernst Hügi)

 

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2022-05-10: Wanderung «Ballebüel – D’r Schlüssu zum Bärnerland»

 

Nach mehrmaligem Verschieben konnte «Edis und Käthis Wanderung» in diesem Semester nun planmässig durchgeführt werden. Freudig, da das Wetter wohl mitspielt, entstiegen 13 Wanderbegeisterte in Worb SBB dem Zug. Rasch erreichten wir den nahegelegenen, blätterspriessenden Wald. Dem Wanderweg folgend gings dann über Wiesen zum 647 m hohen Hügel Horn. Hier bot sich eine Weitsicht zum Jura und den Alpen, dazwischen die Hügelzüge Gurten, Ulmizberg, Längenberg, Belpberg und ein Teil des Gürbentals sowie das am Hügel gelegene, bäuerlich anmutende Trimstein. Trimstein hat in seiner Geschichte nebst der Eigenständigkeit zweimal die Zugehörigkeit zu einer politischen Gemeinde gewechselt. Heute ist Trimstein Teil der Gemeinde Münsingen. Bevor wir Trimstein verliessen, stärkten wir uns im Garten des Restaurants unter einer Linde mit Kaffee und hausgemachter, frischer Bärnerzüpfe. Danach, den gelben Markierungen folgend, führte uns der sachte ansteigende Weg nach Gysenstein, das seit 1933 Teil der Gemeinde Konolfingen ist. Nun wurden wir gefordert, waren doch auf kurzer Wegstrecke über 110 Höhenmeter bis zum markanten Hügel Ballenbühl zu überwinden. Der mit zwei 300-jährigen Linden bestandene Aussichtspunkt (851 m ü. M.) erweitert nun den Sichtwinkel in Richtung Entlebuch und Schrattenfluh. Hier liessen wir uns nieder und genossen das aus dem Rucksack mitgebrachte Picknick. Den rund 200 m Höhendifferenz überwindenden Abstieg nach Konolfingen meisterten wir in rund 40 Minuten mit Bravour. Konolfingen ist bekannt als Standort einer Fabrik von Nestlé, wo Säuglings- und Gesundheitsnahrung sowie verschiedene Sorten des Desserts Stalden Crème hergestellt werden. Nestlé beschäftigt hier in der Produktion und der Forschung knapp 1000 Mitarbeitende. Teilweise müde, aber gutgelaunt und zufrieden erreichten wir nach der Bahnfahrt Lyss, wo einige bei einem Feierabendtrunk ein kühles Bier genossen.

 

Beat Sahli (Fotos: Alfred Graber, Beat Sahli)


2022-04-27: Zündholzmuseum Schönenwerd

 

Am 27.4.2022 haben wir (14 Personen) bei schönstem Wetter die Geschichte des Zündholzes „erforscht“. Unglaublich, was für eine Geschichte hinter dem Zündholz steckt. Unser Führer Ernst Glanzmann ist Mitbegründer des Museums und hat dieses mit aufgebaut. Seine Führung war sehr kompetent und interessant. Die ersten Zündhölzer wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts hergestellt, und zwar meistens in Handarbeit und in den Anfängen mit giftigen Phosphornekrosen (als Zündmasse), die für massive Vergiftungsschäden der Arbeiter verantwortlich waren. Später wurde Fabriken erstellt. Die Arbeitszeiten von 13-14 Stunden pro Tag waren die Regel. Die Ernährung innerhalb der Fabriken bestand mehrheitlich aus Kartoffeln, Teigwaren und Schnaps!

 

1839/1840 wurde die erste Zündholzfabrik in Riesbach (Zürich) gegründet. Seit Mitte des 20. Jahrhundets hat sich die Produktion nach Russland, Asien und in einzelne Schwellenländer verlagert.

In Schönenwerd steht die letzte „echte und alte“ Zündholzmaschine, die in Polen vor dem Verschrotten gerettet, demontiert und nach dem Transport in die Schweiz in Schönenwerd wieder montiert wurde. Ganz besonders erstaunt hat uns die Tatsache, dass bereits vor dem Zündholz die ersten Feuerzeuge existierten; relativ grosse Gefässe, wo Wasserstoff durch Metall und Säure hergestellt und dieser chemisch oder elektrisch gezündet wurde.

 

Ein Besuch dieses Museums ist sehr empfehlenswert.

Nach dem Besuch erwartete uns ein gemütliches Mittagessen im Personalrestaurant SBB in Olten.

 

Martin Heger

 

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2022-04-21: Wanderung «Düdingen – Magdalena Einsiedelei u. Natur pur im Hochmoor»

 

Welch ein «Prachtstag»! Nach Verschiebung der Wanderung auf heute, trafen sich nun 11 Personen am Bahnhof Lyss zur Reise nach Düdingen. Spannungsgeladen traten wir nach dem Startkaffee im Bahnhofbuffet Düdingen die Wanderung an. Auf dem Sinn- und Klangweg, dem Horiabach folgend, einem der Zuflüsse des fjordähnlichen Schiffenensees, erblickten wir im Stillen Tal zum ersten Mal einen Teil des Sees. Der 12,7 km lange und bis zu 38 m tiefe See ist einer der jüngsten Stauseen der Schweiz. Mit einer 47 m hohen Bogenstaumauer bei Schiffenen wird seit September 1963 die Saane gestaut.

 

Aus dem Stillen Tal erklommen wir das Plateau über dem Stausee. Hier bot sich eine Augenweide von saftig gelben und grünen Feldern, blühenden Obstbäumen, schmucken Bauerngehöften und in der Ferne dunstumwobenen Schneebergen. Den gelben Wegweisern folgend durchwanderten wir den Weiler Ottisberg mit seiner gepflegten Kapelle, streiften eines der wenigen zugänglichen Ufer des Schiffenensees und erreichten nach rund 2¼ Stunden die Magdalena Einsiedelei. Im Garten der Einsiedelei verpflegten wir uns und besuchten individuell das monumentale, der Natur abgetrotzte Kunstwerk. Dieses wurde vor allem durch Handarbeit von zwei Einsiedlern in den Jahren zwischen 1680 und 1708 geschaffen. In der Raumflucht von 120 m Länge sind verschiedene Räumlichkeiten inklusive einer Kapelle, welche bereits 1691 geweiht wurde, integriert. Bis ca. 1967 wurde die Einsiedelei durch Eremiten, im 19. Jahrhundert zeitweise durch eine Familie, bewohnt. Geschichte machte im Dezember 1906 der Mord an einem greisen Eremiten, der von einem Raubmörder erschlagen wurde.

 

Gut verpflegt gings via dem Weiler Räsch und der Kiesgrube, dann dem Sinn- und Klangweg folgend, in die Düdinger Möser, einem Moorkomplex von rund 22 ha. Die Möser verdanken ihre Entstehung der letzten Eiszeit. Damals, vor rund 18000 Jahren, reichte der Rhonegletscher bis in die Region. Vor etwa 14000 Jahren zerfiel die Eiskalotte wegen des immer wärmeren Klimas. Zurück blieben kleine Seen und versumpfte Talebenen. Mit der Zeit entwickelte sich durch das milde Klima eine üppige Vegetation. Totes Pflanzenmaterial sammelte sich an und die Seen verlandeten. Dies war der Nährboden zur Entstehung der Moore.

Gedämpften Schrittes gings im Düdinger Moos auf verschlungenen Wegen den Tümpeln und Weihern entlang durch die spriessende Natur. Geteerte Wege, die uns nach Düdingen führten, holten uns zurück in die Realität. Nach einem wohlverdienten, kühlen Feierabendtrunk bestiegen wir den Zug nach Lyss.

Fazit: Dank dem prächtigen Wetter, den wanderfreundlichen Temperaturen und der spriessenden Natur wurden all unsere Sinne gefordert und belohnt.

 

Beat Sahli (Fotos: Peter Berli, Rudolf Beutler, Ernst Kuhn)