2022-09-22: Schloss Jegensdorf

 

Eine kleine (aber interessierte) Schar von Clubmitgliedern nahm an der Schlossbesichtigung teil.

 

Nach der Begrüssung durch Frau Barbara Braun ging die Führung zuerst in den Park. Leider konnte wegen Gartenarbeiten nicht die ganze prächtige, mit vielen Wasserspielen ausgestattete Parkanlage besucht werden.

 

Schloss Jegensdorf, war einst eine mittelalterliche Wasserburg und wurde von verschiedenen Besitzern um- und ausgebaut. Im Jahre 1720 hat Albrecht Friedrich von Erlach das Schloss zu einem eleganten Barocksitz umgebaut. Heute ist es ein Museum für bernische Wohnkultur aus dem 17. Bis 19. Jahrhundert. Zudem besitzt das Schloss heute die grösste Sammlung bernischer Portraits, darunter mehr als fünfzig Gemälde von Eduard Handmann . Die höchst interessante Führung wurde immer wieder durch kleinere Anekdoten bereichtert.

 

Im 2. Weltkrieg bezog hier für kurze Zeit Henri Guisan sein Hauptquartier.

 

Als Abschluss vom interessanten Schlossrundgang besuchten wir das ehemaligen Waschhaus und jetztigem Schlosscafé. Wir genehmigten bei schönem Herbstwetter herrlichen Kaffee und selbstgemachten Kuchen.

 

Heinz Bolt

 

> Link zum Schloss


2022-09-13: Wanderung

Sugiez–Mont Vully (Wistenlacher Berg)–Praz–Nant–Sugiez

«Mont Vully – Über Jahrtausende ein Siedlungs- und Verteidigungsort»

 

Die Glückszahl Dreizehn prägte wiederum den Tag, haben doch am 13. September 13 wanderfreudige Personen die Reise nach Sugiez per Zug und Postauto angetreten.

Sugiez ist der Hauptort der Politischen Gemeinde Mont-Vully, die sich per 1. Januar 2016 aus den früheren Gemeinden Bas-Vully und Haut-Vully bildete und die weiteren Ortsteile Môtier, Mur FR, Praz und Lugnorre einschliesst.

Auf der Gartenterrasse des «Bistrot Bella Italia», mit Blick auf Grünland, Broye und Murtensee, genossen wir den Startkaffee. Der erste rund 70 Höhenmeter zu überwindende Aufstieg führte durch Rebberge, mit noch zur Ernte bereiten goldgelben und tiefblauen Weintrauben. Der folgende, über Stock und Stein laufende, rund 150 Höhenmeter zu überwindende Weg führte dann grösstenteils durch den Wald. Unterwegs gelang es dem Wanderleiter, die Schar über eine kurze Strecke in eine Sackgasse zu führen. Da hiess es umkehren! Einer der Teilnehmer witzelte, dies habe System, damit die am Schluss Wandernden einmal die Spitze einnehmen können. Auf dem Mont Vully angelangt, einige mit Schweissperlen gekrönt, genossen wir einen ausgedehnten Stundenhalt.

Der Mont Vully liegt an exponierter Stelle im Westen des Mittellandes halb auf freiburgischem, halb auf waadtländischem Kantonsgebiet, eingebettet zwischen dem Murten-, Neuenburger- und Bielersee. In verschiedenen Epochen kam dem Berg, mit seinem flachen Rücken, strategische Bedeutung zu. So wurden Überreste einer Befestigungsanlage «Oppidum» der keltischen Helvetier aus der Zeit um 100 v. Chr., dessen Festungswall noch heute gut sichtbar ist, gefunden. Im ersten Weltkrieg, auf dem damals unbewaldeten Hügel, legte die Schweizer Armee eine unterirdische Anlage mit Gängen, Schiessscharten und Beobachtungsposten an.

Mit neuem Elan und voller Eindrücke vom Blick auf den Murtensee und dem prächtigen Panorama ins Mittelland, bis hin zu den Alpen, gings weiter zum Triangulationspunkt 653. Unmittelbar danach passierten wir den ersten Unterstand der «Fortifikation von Murten». Weiter gings teils über eine Strasse, später dann über einen bewaldeten, verschlungenen Fussweg dem Hügelzug entlang, zum Findling «Pierre Agassiz», an dem zu Ehren, auf die Erkenntnisse des Naturforschers Jean-Louis Agassiz, eine Tafel hinweist. Im 19. Jahrhundert erkannten Naturforscher, dass während der Eiszeit Gletscher bis ins Flachland vorgestossen sein mussten. Der Rhonegletscher bedeckte damals den Mont Vully, wie dieser Findling aus dem Furkagebiet beweist.

Die Wanderung fortsetzend, einen heute bewaldeten, ehemaligen Infanteriestützpunkt querend, gelangten wir bald zum grosszügig angelegten Rastplatz, wo wir das Picknick genossen. Der danach folgende Abstieg von rund 150 Höhenmetern, bis an die Gestade des Murtensees, meisterten alle mit Bravour. Unterwegs streiften wir das Gebiet der «Grotten von La Lamberta», einer grossen in den Sandstein gehauenen Befestigungsanlage. Weiter unten stieg uns der Duft nach frisch ausgebrachtem Trester von Weintrauben in die Nase, der die Sinne nach einem Gläschen von einer der Spezialitäten des «Vully», weckte. Den Waldgürtel verlassend, standen wir unmittelbar vor den Rebbergen, die hinab zu den Winzerdörfern und dem Seeufer reichen. Die Rebberge querend, an Personen, welche die verlockenden, sonnengereiften Weintrauben sorgsam ernteten, stiegen wir ab ins schmucke Winzerdörfchen Praz, vorbei an prächtigen Winzerhäusern und Patriziersitzen. Auch hier verfolgte uns der verlockende Duft zu einem Gläschen, dem wir leider aus Zeitgründen entsagen mussten. Von der Schiffländte Praz gings nun auf einem unspektakulären Uferweg zur «Plage» von Sugiez, wo wir einen verlängerten Stundenhalt einlegten. Nach weiteren 25 Minuten Weg erreichten wir, teils der Broye entlang und diese überquerend den Bahnhof Sugiez. Per Zug, mit zwei längeren Zwischenhalten zum Umsteigen, erreichten wir wohlgelaunt Lyss, wo uns ein «Kühles» zum Feierabendtrunk lockte. Entspannt und zufrieden trennten wir uns mit einem «Salü, bis äs Andersmou!».

Beat Sahli (Fotos: Ernst Hügi)

 

> Link Réduit du Vully

> Link Die Grotten vom Mont Vull

> Link Keltisches Opidum


2022-08-25: Ausflug nach Guggisberg mit Besuch Vreneli-Museum

 

Bei schönem Reisewetter trafen sich 15 Club 66+ Interessierte am Bahnhof Lyss. Per Bahn ging die Reise nach Schwarzenburg und dann mit dem Postauto durch eine schöne Landschaft nach Guggisberg.

 

Mitten im Dorf beim Vreneli-Brunnen wurden wir von Frau Beyeler und Herrn Kislig für die Führung durch das Vreneli Museum bereits erwartet. In diesem kleinen Heimatmuseum erfuhren wir vieles über den harten Alltag, Volksbräuche und Trachten in der Zeit von Vreneli und Hans-Joggeli. Bei vielen ausgestellten Gebrauchsgegenständen erinnerten sich einige der 66+ älteren Semester an ihre Jugendzeit. Grosses Interesse fand auch die Spezialausstellung über Trachten und Bauernhäuser aus der ganzen Schweiz.

Unter der fachlich ausgezeichneten Führung von Frau Beyeler besuchten wir anschliessend die unter Denkmalschutz stehende Dorfkirche. Sie berichtete über die eindrückliche Geschichte von Guggisberg zwischen Freiburg und Bern und der grossen Not im 19. Jahrhundert. Die Vreneli-Geschichte und das Guggisberlied in 2 Versionen bildeten den Abschluss des ersten Teils des Ausflugs.

 

Bei einem feinen Mittagessen im Restaurant Sternen wurde angeregt diskutiert und alte Erinnerungen aufgefrischt. Für den sportlichen Aufstieg aufs Guggershörnli konnten sich immerhin noch vier Personen motivieren. Für die andern ging es wieder per Postauto nach Schwarzenburg und mit dem Zug nach Lyss zurück.

 

Markus Regenscheit

 

> Link Vreneli-Museum


2022-08-10: Wanderung Wangen a. A.–Attisholz–Solothurn

«Vom Oberaargauer Städtchen in die schönste Barockstadt der Schweiz»; Zwischenstopp «Kunst am Bau.»

 

Die Dreizehn (13) ist die natürliche Zahl zwischen Zwölf und Vierzehn. Sie ist ungerade und eine Primzahl. Sie gilt sowohl als Unglückszahl als auch als Glückszahl. Für uns 13 war’s auf jeden Fall eine Glückszahl!

Die Anreise nach Wangen an der Aare war für etliche Teilnehmende ein Novum, bestiegen wir doch in Lyss den Zug, dann von Büren an der Aare den Bus nach Solothurn und danach wieder den Zug.

Das seit 1406 zum Kanton Bern gehörende Städtchen Wangen a. A. empfing uns beflaggt, in schönster Pracht. Hier genossen wir auf der Terrasse der «Krone» den Startkaffee.

Wohlgemut querten wir danach das schmucke Städtchen und passierten die 1367 erstmals erwähnte gedeckte Holzbrücke, einer der damaligen Aareübergänge im Nord-Süd-Verkehr durch die Klus bei Balsthal.

Dem linken Aarelauf folgend, führte uns der abwechslungsreiche Weg, mal gesäumt von Bäumen, dann bewaldet oder ganz offen und renaturiert mit Tümpeln, Bachläufen sowie Kies und Geröllhalden, zu den Bänken für den Stundenhalt. Nach weiteren 50 Minuten Wanderzeit erreichten wir das Areal Attisholz, heute Industriebrache der Cellulose Attisholz AG, die 1881 gegründet und damals die einzige Cellulosefabrik der Schweiz war. In ihrer Glanzzeit, um 1995, beschäftigte die Firma 1000 Angestellte und produzierte 140'000 t Cellulose und 10 Mio. Liter Ethanol (Industrie-alkohol). Die Cellulose Attisholz AG hatte eine bewegte Vergangenheit hinter sich mit Zusammenschlüssen und Verkäufen von branchennahen Firmen und ihrer selbst. 2008 musste die damalige Besitzerin die Fabrik schliessen, nachdem die internationalen Märkte für eine Cellulosefabrik mit Standort Schweiz sich weiter verschlechtert hatten. 450 Arbeiter standen auf der Strasse.

Mit dem Kauf des Areals im Jahr 2016 durch die Halter AG, einem landesweit tätigen Immobilien-unternehmen, wird das Areal wiederbelebt. Bis im Jahr 2045 soll ab 2024, in verschiedenen Bauetappen, ein eigenständiger, lebendiger Ort mit Mischnutzung, ein urbanes «Dörfli» entstehen.

Nach dem Picknick durchforschten wir, auf einem Rundgang, die zugängliche Industriebrache und bestaunten die unzähligen Graffitis, welche teils von Kunstschaffenden im Grossformat gesprayt wurden und geschützt sind und solche, die von Laien gesprayt werden, deren Vergänglichkeit die nachfolgenden Laien-Kunstschaffenden bestimmen.

Voller Eindrücke durch das triste Beige der Industriebrache und den kräftigen, teils grellen Farbtupfern der Graffitis, traten wir den zweiten, rund 6 km langen Teil unserer Wanderung an. Dem rechten Aarelauf folgend erreichten wir den Zufluss der Grossen Emme. Nun galt es rund 300 m dem Wanderweg bis zur Zuchwilstrasse-Brücke zu folgen, diese zu überqueren, um auf der linken Seite der Emme zum Emmenspitz zu gelangen. Nach kurzer Rast überquerten wir auf der Emmenspitz-Brücke die Aare, gelangten auf den Aareuferweg, dem wir nach Solothurn folgten. Es ist nicht zu verhehlen, dass den Schwimmenden und in Schlauch-, Ruder- oder Motorbooten Sonnenbadenden, von uns, etliche neidische Blicke nachgeworfen wurden. Durstig, müde und gezeichnet durch die herrschende Temperatur von rund 28 °C erreichten wir, die schönste Barockstadt der Schweiz, wo wir uns mit kühlen Getränken erfrischten. Etwas erholt traten wir, mit einer halbstündigen Verspätung, die Rückreise per Bus und Bahn nach Lyss an.

13 Teilnehmende, guten Mutes, teilweise etwas geschafft, jedoch zufrieden mit der vollbrachten Leistung wünschten sich zum Abschied «Ä schöne Obe u gueti Ärholig!».

 

Beat Sahli (Fotos: Peter Berli)


2022-07-19

Wanderung «Areuse-Schlucht – Ein bedeutendes Naturmonument im Jura.»

 

11 Teilnehmende, gespannt auch auf die Entwicklung der Tagestemperatur, welche für die Region mit 33 °C vorhergesagt wurde, reisten nach Noiraigue. Noiraigue war bis Ende 2008 eine politische Gemeinde im Bezirk Val-de-Travers. Seit 2009, nach der Fusion mit acht weiteren Ortschaften gehört es zur neuen Gemeinde Val-de-Travers.

Auf der Terrasse der schön renovierten «L’Auberge de Noiraigue» genossen wir den Startkaffee. Dabei entwickelte sich zwischen einer Passantin und dem Schreibenden ein Dialog: «Entschuldigen Sie, sind Sie der ‘Wander-Fritz’.» «Nein! Ich bin schon ein ‘Wander-Fritz’, nicht aber dieser.» «Sie wissen schon wen ich meine, der, der Wanderbücher herausgibt.» «Ja, ich weiss von ihm, kenne ihn aber nicht!» «Meine Kollegin war sich sicher, dass Ihr der ‘Wander-Fritz’ seid. Als wir ihn einmal trafen, war er in Begleitung seiner Freundin, die ich aber hier in der Gruppe nicht erkennen kann.» «Ja eben, dieser ‘Wander-Fritz’ bin ich nicht und meine Freundin habe ich auch zu Hause gelassen!» …

Dankbar über die noch angenehme Temperatur machten wir uns auf den Weg, mit dem Etappenziel Picknick-Platz. Rasch erreichten wir den Wasserlauf der Areuse. Auffallend war, wie wenig Wasser die Areuse zurzeit führt. Diese entspringt in der Klus von Saint-Sulpice NE, schlängelt sich durch das Val-de-Travers, zwängt sich durch die Schlucht, um dann nach 32 km an der Gemeindegrenze zwischen Boudry und Cortaillod in den Neuenburgersee zu fliessen.

Nach etwa 40 Minuten Wanderzeit überschritten wir die bekannteste Areusebrücke, die Steinbogenbrücke beim Saut de Brot. Danach, auf dem mehrheitlich durch ein Blätterdach geschützten Weg erreichten wir Champ-du-Moulin, wo wir den einladenden Garten des «Hôtel de la Truite» mit Blicken straften.

Über Stock und Stein erreichten wir den Picknick-Platz, dessen Tisch glücklicherweise noch wenig besetzt war und uns zum Verweilen einlud. Nachdem wir uns aus den Rucksäcken verwöhnt und verköstigt hatten, machten wir uns auf den Weg durch den wohl interessantesten und eindrücklichsten Teil der Areuse-Schlucht. Über Pfade, Treppen, Brücken, Stege und unter Felsvorsprüngen folgten wir der teils tief unten rauschenden, durch Felsen und Steinen eingeengten Areuse, bis sie sich dann vor Boudry wieder in ein breiteres Flussbett ergoss.

Am Ausgang der Schlucht nahmen wir schlagartig den Temperaturwechsel wahr. Von hier, der Areuse folgend, erreichten wir nach rund 25 Minuten Boudry Littorail.

Boudry, das schmucke Städtchen mit einer Längsgasse besitzt ein mittelalterliches Ortsbild mit Bürgerhäusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und ein Schloss, welches heute ein Weinbau- und Weinmuseum beherbergt.

Bis zur Abfahrt des Trams nach Neuenburg genossen wir im «Café du Tram» den Schatten und die wohlverdiente orale Abkühlung.

Von den Eindrücken gefangen, zufrieden und wohlauf, reichten wir uns in Lyss die Hand.

 

Beat Sahli (Fotos: Peter Berli und Ernst Hügi)


2022-07-12 Grill-Plausch beim Waldhaus

 

Nachdem wir 3 Jahre auf unseren Grillplausch verzichten mussten (Frau Corona war unerbittlich!), konnten wir diesen Anlass bei besten Wetterbedingungen im Waldhausareal wieder durchführen. Ein befreiendes Gefühl! Zahlreiche Helfer, Spitzenköchinnen und Zuckerbäcker haben dafür gesorgt, dass für die 63 Teilnehmenden alles reichlich und wohlgeordnet zur Verfügung stand. Grillchef Stephan hat für nötige, heisse Stimmung gesorgt. Was da so alles auf dem Grill gelandet ist! Alle Geschmacksrichtungen waren vertreten und niemand hat seine Bratwurst mit dem Filetstück nebenan verwechselt. Salat- und Dessertbuffet hätten anmächeliger nicht sein können. Die Konsequenz daraus war dann wohl, dass einige von uns mit einem Pfündchen mehr nach Hause gegangen sind. Aber gemütlich war es alleweil, und wer weiss, wie lange wir noch gequatscht und geplaudert hätten, wenn nicht plötzlich so eine Art Aufbruchstimmung sich bemerkbar gemacht hätte.

 

Alle, die zum Gelingen dieses erfreulichen Anlasses beigetragen haben, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt; insbesondere unseren beiden Damen vom Sekretariat, Ruth Helfer und Margrit Flückiger. Es ist eine grosse Hilfe und Erleichterung, dass wir uns für solche Anlässe auf die langjährige Erfahrung dieser Vorstandsmitglieder immer wieder abstützen dürfen.

 

Roland Moor (Fotos: Oswald Wälti, Roland Moor, Uta Ibele und Ernst Hügi)